On the road again…

.. Mit diesen Worten verabschiedete ich mich vergangenen Sonntag aus Deutschland. 12,5 Stunden später landete ich in einer anderen Realität, auf der anderen Seite der Welt. 10.500 km Luftlinie trennen mich von meiner Heimat. 

Keine 24 Stunden verbrachte ich in der Stadt, die bald für 5 Monate mein zu Hause sein wird. Und doch haben diese Stunden schon ihrem Eindruck hinterlassen. Lima ist riesig. Unglaublich riesig. Knapp 10 Millionen Menschen nennen Lima ihre Heimat. Vielleicht empfinde ich bald genau so. 


Doch meine Reise fing richtig erst in Arequipa an. Die weiße Stadt, nennt man sie. Du wirst verwöhnt sein nach Arequipa, sagte man mir, das ist nicht Perú. Der Weg vom Flughafen in die Innenstadt war schon beeindruckend genug, dass mir klar wurde, es ist ganz anders hier. Ganz anders.  Raus aus der Komfort-Zome, das war doch mein Ziel, oder nicht? Die Häuser hier sind meist nur halbfertig gebaut, es schauen oben riesige Metallstangen heraus. Manche Etagen sind unbewohnt. Hupende Autos rechts und links, fahren ohne Sinn und Verstand durch die Gegend. Und ich frage mich, ob es hier überhaupt Verkehrsregeln gibt. Das was es gibt sind Hunde. Überall Hunde. An jeder Ecke laufen welche rum. Zwischen den Autos, bellend. Liegen vor den Geschäften, den unfertigen Häusern. 
Natur, ich will Natur. Brauche es. Ruhe. Stille. Und einfach mal ankommen. In meinem Hostel treffe ich auf zwei Engländerinnen, mit denen ich für die nächsten zwei Tage direkt eine Tour buche. Wandern, in der Natur. Jetlag hin oder her, Höhe hin oder her. Das wird bestimmt toll. 2335m über dem Meeresspiegel liegt Arequipa. Unser ausgewähltes Ziel noch höher. 

Canion de Colca – der erste Trip während meiner Reise. Wir werden morgens um 3.30 Uhr abgeholt. In Deutschland ist es also schon 10.30 Uhr. Das sollte dann ja kein Problem werden. In einem kleinen Bus startet unsere Tour mit anderen Reisenden. Wir sind zu 8. und natürlich ein Guide. Peruaner, selbstverständlich. Der Weg in die Höhe macht sich bemerkbar, die Luft wird dünner, die Temperaturen sinken. Angekommen an unserem Ziel geht die Wanderung auch schon los. 12 km sind für den ersten Tag geplant, mit einer großen Mittagspause. 7 Stunden werden wir unterwegs sein. 7 Stunden durch die Berge, auf und ab. Wege, die nicht befestigt sind. Der Abgrund begleitet uns. Führt uns durch die wunderschöne Landschaft des Canion de Colca, der um einiges größer (tiefer?!) ist als der berühmte Grand Canyon.. 


Abends kommen wir erschöpft an der Unterkunft an, wunde Füße und müde Knochen. Doch der Pool der Oase, in der wir nächtigen, ist zu einladend. Das kühle Wasser tut gut, erweckt die müde Haut. Frisch geduscht spielen wir eine Runde Golpe und fallen bald in einen erholsamen Schlaf. Um 4 Uhr früh geht’s wieder los. Ohne Elektrizität und fließend Wasser bereiten wir uns auf dem Rückweg vor. Ich beschließe, auf einer Mule den Berg zu erklimmen, denn Jetlag, Höhe und staubige und trockene Luft machen sich stark bemerkbar. Auf dem Weg zurück nach Arequipa kommt die Belohnung, baden in heißen Quellen des Vulkans. Erinnert mich stark an Neuseeland. 

Die ersten Tage bringen mich körperlich an meine Grenzen, und auch meine Gedanken und Gefühle sind zu viele. So verbringe ich zwei weitere Tage in Arequipa. Und habe das Gefühl, ich komme langsam an. 


2 Kommentare

  1. Tolle Fotos und interessanter Bericht. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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